Wo sind die in Armut lebenden Menschen?

Posted: 2010/09/24 in Aktuell, Alltag, Deutschland, Gedanken, Gesellschaft, Kultur, News, Politik
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Das kann doch nicht sein! 3551 Euro durchschnittliches Netto-Haushaltseinkommen für Angestellte? Ich lade mir den 275 Seiten starken Bericht vom Statistischen Bundesamt herunter.

Dort steht das ganze etwas besser aufgeschlüsselt. Es jammern doch immer alle, dass ach so viele Haushalte so unglaublich arm sind. Doch in der Tabelle haben nicht besonders viele Haushalte wenig Geld. Ab wann ist man denn arm? Gefühlt würde ich sagen, unter 1000 Euro im Monat netto, obwohl man damit auch locker leben kann, auch wenn man keine großen Sprünge machen kann. Jeder Student hat deutlich weniger zur Verfügung und würde sich nicht als arm bezeichnen. In der Tabelle gibt es einen Wert “unter 900″, den nehme ich mal als arm. Um korrekte Daten zu nehmen, muss ich (glaube ich) die hochgerechneten Haushalte nehmen. Seite 18, zweite Spalte also. 3437 Haushalte von 39409 Haushalten sind 8,7 %. Das ist ja nicht grad wenig, aber so viele Vollpfosten, die man auf der Straße sieht, würde ich sagen auch nicht wirklich viel.

Das kann doch nicht stimmen,oder? Es gibt doch die Aussagen, dass die oberen 10% der Steuerzahler 50% der Steuerlast einzahlen. Und ich meine die unteren 50% zahlen weit unter 10% ein. Wenn ich mir die Tabelle so anschaue, dann sind ca. 31% der Haushalte über 900 und unter 2000 Euro. Netto um das hier nochmal zu betonen. Um 2000 netto zu verdienen, muss man mal echt hohe Steuern zahlen. Vielleicht relativiert sich das etwas durch 1-Verdiener-Ehen, aber auch die müssen Steuern zahlen. Wo sind denn jetzt bitte die in Armut lebenden Menschen? Oder können die sich kein Telefon leisten, dass die nicht angerufen werden konnten und damit nicht in der Statistik auftauchen? Oder ist das mit der Armut jammern auf hohem Niveau?

Kommentare
  1. Kalle Bunker sagt:

    Nein, mich hat niemand angerufen. Warum auch? Unsereiner würde nur das ScoreRanking verschlechtern. Ich kenne auch niemanden mit wenig Einkommen, der jemals für solch eine Statistik kontaktiert worden wäre. Vielleicht sind die armen Haushalte bereits aussortiert worden. Also aus der in Frage kommenden Anruferliste.

    Jammern auf “hohem” Niveau? Dafür bleibt kaum Zeit. Das Überleben nimmt Lebenszeit in Anspruch. Noch gibt es einen Statistikbauch zwischen 900 und 2200 Euro. Die Politik arbeitet emsig daran die einkommensschwachen Haushalte zu mehren.

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