Ich glaube, dass wir keine feste Grenze zum Renteneintritt setzen sollten. Zu sehr plant man seinen Lebensabend, der bei den gestiegenen Lebenserwartungen gut und gerne 30 Jahre dauern kann. Ich glaube nicht, dass alle Menschen im gleichen Alter in Rente gehen sollten/müssen. Jeder arbeitet solange er möchte und solange er kann. Denn wer arbeitet, verdient mehr Geld und kann mehr Geld ausgeben, was der Wirtschaft auch wieder gut tut. Und arbeiten bringt auch allerhand Selbstwertgefühl und Arbeit kann auch erfüllen
, denn das Gefühl noch etwas zu schaffen ist eine Menge wert.
Wie man in der Grafik zur Lebenserwartung erkennen kann werden Menschen, die 1950 geboren wurden 65/69 Jahre alt (Männer/Frauen). In der Zwischenzeit ist die Lebenserwartung aber für 1970 Geborene auf 67/74 angestiegen, man hat also inzwischen als Mann im Schnitt noch 2 Jahre nach Renteneintritt zu leben, als Frau immerhin noch 9 Jahre. Im Jahre 2004 Jahre geborene Menschen werden aber schon 76/82 Jahre alt. Laut der neuen Modellrechnung zur Lebenserwartung des Statistischen Bundesamtes werden Menschen sogar noch viel älter, nämlich 2004 geborene bis zu 85/89 Jahre alt. 1940 geborene werden nur 68/76 Jahre alt. Die Lebenserwartung ist seit 1920 sprunghaft angestiegen. Das bedeutet, dass die jetztigen neuen Rentner uns sehr viel länger erhalten bleiben, als die von vor 10 Jahren.
An den Zahlen sieht man, dass momentan im Schnitt die Menschen nur drei bzw. elf Jahre Rente bekommen, das wird ab jetzt aber rasant ansteigen. Und warum sollte das Renteneintrittsalter nicht dynamisch an die Lebenserwartung angepasst werden. Heute 67, weil die Menschen 1940-50 68/76 geworden sind. In 10 Jahren +3 Jahre und in 20 Jahren nochmal +3 Jahre. Es wird einfach immer 5 Jahre unter den Schnitt aller Deutschen gelegt, dann braucht man nicht in jedem Sommerloch darüber diskutieren.
Der Zukunftsforscher Matthias Horx bringt interessante und logische Aspekte mit in die Diskussion ein. Er sagt, dass wir umdenken müssen. Der Maurer wird es körperlich nicht 45 Jahre lang schaffen, auf dem Bau zu arbeiten. Aber wenn er mit 45-50 etwas umschwenkt und leichtere Aufgaben macht, wie Ausbildung von Jüngeren, dann kann er möglicherweise auch noch bis 70 arbeiten, denn “Arbeiten ist lebenserfüllend”, so Horx. Da widerspreche ich jedoch, denn wenn die Lohnarbeiter 20 Jahre lang in Ihrer bildungsverweigernden Schicht unter “Artgenossen” gearbeitet haben, dann können und wollen die nicht mehr umdenken. Die wollen nur noch bis 60 alles fertig machen und dann in Rente gehen. Wer von sich aus so flexibel ist und öfter mal seine Fortbildungen (und sei es nur ein VH Bastelkurs) macht, der wird schon von sich aus mit 40-45 umschwenken und was anderes machen.
Ich glaube, dass in Zukunft die Bildungsverweigerer weiterhin früh in Rente gehen werden und bei abnehmender Rente dann sehr schlecht dastehen und wie bisher jammern. Aber diejenigen, die flexibel sind und Spaß an der Arbeit haben, werden weit über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten. Ich habe jedenfalls vor solange wie möglich irgendwas zu machen. Am Ende will ich sagen können: “Habe alles ausprobiert”.