Astra J – 12000 km Erfahrungsbericht

Posted: 2010/06/16 in Alltag, Auto, Tagebuch
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Nach dem 3-Tagesberichts und dem 2200 km Bericht kommt nun der 12000 km Langzeitbericht der letzten 5 Monate mit den neuen Astra J 1,7 CDTI mit 81 kW. Zunächst beginne ich mit den überwiegenden positiven Aspekten, danach kommen aber noch einige negative Dinge. Insgesamt, so nehme ich das Fazit schon mal vor den modernen Einleitungsleser vorweg, kann ich den Astra J empfehlen, allerdings nicht die 1,7 CDTI Motorisierung. Zu wenig Kraft mit zu viel Verbrauch. Downsizing hört sich zwar gut an, aber wenn der Verbrauch dabei gleich bleibt, dann bringt das alles nichts.

Im Astra-Blog startete gestern die 100%-Tour, die man live in Twitter miterleben kann. Dort rasen die Opel-Mitarbeiter “viel zu schnell” durch die Kurven und testen das Auto am Limit. Ich teste das Auto in meinem 12000 km Test mit dem günstigsten 1,7 CDTI Motor mit 81 kW und fahre sowohl lange Autobahnstrecken, also auch Landstraße und Stadt. Natürlich nicht Drittel/Drittel/Drittel wie bei der EU-Normierung, bei der der Astra 4,2 bis 5,7 l verbraucht.

Der Fahrkomfort im Astra ist wirklich obere Klasse, die AGR-Sitze sind spitzenmäßig und auch für meine langen Beine (ich bin 1,94 m groß) habe ich vorne genügend Beinfreiheit, so dass man hinten noch leicht beengt sitzen kann. Die Sportsitze (eigentlich wollte ich die Komfortsitze, aber das ging irgendwie beim Konfigurator nicht) wirken zunächst etwas schmal, aber die stabilisieren doch sehr gut und die im Zafira B üblichen Rückenschmerzen nach 500 km Autobahn sind seitdem nicht mehr aufgetreten. Auch das Fahrgeräusch im Fahrerraum ist nach wie vor erstaunlich gut für die Preisklasse, lediglich der Motor brummt leicht hörbar. Erst bei hohen Geschwindigkeiten mit über 150 km/h fängt es an zu pfeifen, je nachdem wie der Wind steht. Sehr gut gemacht, Opel.

Die vielen flexiblen Fächer sind gut, deutlich besser als in vielen anderen Autos und so kann man eine Menge in den Fächern unterbringen. Endlich auch die 1,5 l Flaschen. Nur nutze ich das nicht, weil die Türfächer mit den Pflicht-Warnwesten belegt sind und so lege ich die Flasche, dann doch wieder in die Mittelkonsole, wo sie aber auch ganz gut hinpasst. Ein extra Fach in der Tür für die Warnwesten und einen Autoatlas wäre nicht schlecht gewesen, aber so schlimm ist es nicht. Gut gemacht, Opel.

Die Türen gehen deutlich satter zu als beim Zafira B, bei dem sich alles innen und außen sehr klapperig anhörte. Der Astra J fühlt sich damit an, wie ein Auto aus den höheren Preisbereichen und das  macht das Auto gefühlt deutlich wertiger. Sowohl Seitentüren, als auch die Heckklappe sind optimal eingestellt und fallen gut ins Schloß. Die Lenkung ist perfekt und das Lederlenkrad mit dem Multifunktionszeugs drauf ist wirklich sehr gut eingestellt. Extrem gutes Feedback von der Straße und die Anordnung der Knöpfe (Tempomat, etc) ist sehr gelungen. Von Mercedes und Audi kenne ich diese seltsamen extra Mini-Hebel hinterm Blinker, die finde ich grausam. Gut gemacht, Opel.

Nun zu den negativen Sachen: Ich war leider zu geizig und habe am Motor gespart. Egal, wie ich fahre, deutlich unter 6 l/100 km  komme ich nicht. Wenn ich normal fahre, dann sind es 6,5 bis 7 l/100km. Das finde ich einfach zu viel. Wenn ich etwas mehr Gas gebe, dass ist es deutlich über 7 l/100km: Details zu meinem Verbrauch. Daher empfehle ich eher den 2,0 CDTI Motor zu nehmen, der hat deutlich mehr Leistung und laut spritmonitor.de verbraucht der auch nicht wirklich mehr. Ich denke, dass die Downsizing-Motoren noch nicht so gut sind. Vergleiche mit nem Passat oder einem 3er BMW wird der Astra immer verlieren. Schlecht gemacht, Opel.

Über das Radio CD400 habe ich mich in den vorangegangenen Artikel genug ausgelassen, das ist nicht so wahnsinnig gut, aber auch nicht schlecht. Nun aber nochmal zum AFL+ Kurvenlicht: Das ist mal echt grottig programmiert und nach der “Produktverbesserung” vor ein paar Wochen ist es noch schlechter geworden, außer dass es Entgegenkommende nun nicht mehr so stark blendet. Leuchtweitenregulierung gibts nicht mehr, das ist auf 30-40m fest eingestellt, egal ob bei 30 km/h oder 120. Es bewegt sich nur noch nach links und rechts. Abbiegelicht funktioniert. Das schlimmste ist aber der Fernlichtassistent, der immer noch nicht funktioniert, weil der die Entgegenkommenen viel zu spät entdeckt. Und was mich total nervt, ist der Sensor, der die Tageshelligkeit erkennt. Wenn ich in der Dämmerung fahre, dann schaltet der Sensor das Abblendlicht extrem spät ein und wenn dann zusätzlich noch Regen mit Gischt die Sicht verschlechtert, dann interessiert es den Sensor überhaupt nicht. Was genau ist so schwer daran, die Helligkeit zu messen und bei Regen das Licht etwas früher einzuschalten. Der Regensensor wischt ja ganz wild, dann müsste man nur zwei Sensoren (Helligkeit und Regensensor) zusammen abfragen. Ich hoffe, dass die Software-Abteilung bei Opel da noch mal eine neue Version nachlegt, denn so können die das nicht lassen. Tunnelerkennung ist so schlecht, dass es von 4 bis 7 sec dauert, bis das Licht an geht, da bin ich bei kurzen Tunneln schon fast wieder raus. Sehr schlecht gemacht, Opel.

Kommentare
  1. Olli sagt:

    Ich weiss nicht, ob Dein Astra sowas hat, aber bei mir “wohnen” die Warnwesten in den Kartentaschen an der hinteren Seite der Vordersitzlehnen.

  2. Uwe Schönberger sagt:

    Der 2 Liter ist wirklich besser.Meine Klimaanlage hat sich im Stand komplett abgeschaltet.Musste sie dann erneut einschalten.(Bj 2012)

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